Cube Kunsthalle Berlin

Kultur

Kunst-Box auf dem Berliner Schlossplatz

Temporäre Kunsthalle mit Wänden aus Faserzement

Als temporäre Zwischennutzung auf dem Schlossplatz in Berlin realisierte der österreichische Architekt Adolf Krischanitz eine einfache Halle auf rechteckigem Grundriss. Der aufsehenerregende Bau aus Holzrahmenelementen mit Beplankung aus Faserzementplatten von Siniat birgt im Innern 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche und wird auch außen mit Kunst bespielt. Im Herzen der Stadt, wo Ende 2010 mit dem historisierenden Nachbau des Berliner Stadtschlosses begonnen werden sollte, entstand ein Ort für zeitgenössische Kunst.
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Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Die Idee einer temporären Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz hatte sich aus der Ausstellung „36 x 27 x 10“ entwickelt, die 2005 im White Cube stattfand, einer in den ehemaligen Palast der Republik eingestellten Ausstellungsbox. Der enorme Erfolg der Ausstellung rückte das große Potential an zeitgenössischer internationaler Kunst, und zugleich das Fehlen einer Kunsthalle in Berlin ins öffentliche Bewusstsein. Verschiedene Initiatoren und Förderer setzten sich seitdem für das Projekt ein und gewannen den Architekten Adolf Krischanitz für den Entwurf des Gebäudes. Krischanitz konnte auf einen großen Erfahrungsschatz an bereits realisierten Ausstellungsbauten und auch temporären Konstruktionen zurückgreifen, wie beispielsweise die Temporäre Kunsthalle auf dem Karlsplatz in Wien von 1992. Im Oktober 2007 erteilte der Berliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit Krischanitzs Entwurf den Zuschlag.

Zwei Jahre lang werden nun im historischen Zentrum Berlins, direkt an der Spree gelegen, wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt. Die Fassaden des Gebäudes werden dabei selbst zu Ausstellungsflächen und dienen der Präsentation von Kunst: Weit sichtbar, „mit Strahlkraft in den öffentlichen Raum“, verleiht die im Wechsel von verschiedenen Künstlern gestaltete Hülle aus Siniatplatten der 56 x 20 Meter großen und elf Meter hohen Box eine „nachhaltige Wirkungspräsenz“, so der Architekt. Mit dieser ebenso symbolträchtigen wie provokanten Idee inszeniert er die Kunsthalle selbst als Kunstobjekt. Die erste Außenbespielung auf der „Siniat-Leinwand“ ist ein Entwurf des documenta-Künstlers Gerwald Rockenschaub. Sie zeigt pixelartig abstrahierte weiße Wolken auf leuchtend blauem Grund.

Innovative Produkte für innovative Ideen

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Der Titel der Eröffnungsausstellung der Künstlerin Candice Breitz „Inner + Outer Space" kann auch stellvertretend für den Einsatz von Siniat an der Temporären Kunsthalle gelesen werden. Denn sowohl Außen- als auch Innenwandbekleidung wurden aus Siniatplatten erstellt. Um dem temporären und werkhaften Charakter der Kunsthalle Ausdruck zu verleihen, beließ Adolf Krischanitz die Fassade mit der zementgebundenen Fassadenplatte Bluclad - anders als üblich - bewusst roh und unverputzt. Die Platten wurden fugenlos direkt auf die Holzunterkonstruktion geklammert und bilden eine glatte, rund 2000 Quadratmeter große Fläche - ein perfekter Untergrund für mehrfache Außenbemalungen der Temporären Kunsthalle. Die zementgebundene Platte ist nicht brennbar und auch bei extremen Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen formstabil. Zudem setzt das Produkt mit den in der Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 dokumentierten Werten auch unter ökologischen Gesichtspunkten im Holzrahmenbau Akzente.

Für die rund 3.700 Quadratmeter großen Wandflächen des Innenraums mit Ausstellungsraum, Café und Foyer wählte der Architekt eine artverwandte Siniatplatte: die neue zementgebundene Trockenbauplatte Hydropanel. Verputzt und gestrichen bildet sie das Passepartout für die wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Hydropanel zeichnet sich durch ihre ausgeprägte Feuchtebeständigkeit, ihre besonderen Brand- und Schallschutzeigenschaften sowie ihre hohe mechanische Belastbarkeit aus: Die Innenwände des Ausstellungsraumes sind weiß gestrichen und können im Gegensatz zu herkömmlichen Trockenbauplatten große undschwere Kunstwerke tragen. In Foyer, Café, Küche und WC bietet die feuchtigkeitsbeständige Platte durch ihre Resistenz gegen Fäulnis und Schimmel den nötigen Schutz für den innovativen Holzbau.
Cube Kunsthalle Berlin

Faserzement im modernen Holzrahmenbau

Cube Kunsthalle Berlin
Die Konstruktion der Kunsthalle trägt dem temporären Aspekt des Baus Rechnung: kurze Auf- und Abbauzeiten waren ebenso erforderlich wie geringe Baukosten und die Möglichkeit, die Ausstellungshalle später an anderen Orten wieder errichten zu können. Eine Holzkonstruktion stellte nach gründlicher Prüfung die wirtschaftlichste Variante dar. Die komplette Werkplanung und Ausführung übernahm die Zimmerei Sieveke aus Lohne. „Wir konnten den Architekten mit unserer Erfahrung im komplexen Holzbau überzeugen“, sagt Günter Buhr, Geschäftsführer und Inhaber der Zimmerei Sieveke.

In weniger als vier Monaten entstand der Holzrahmenbau aus etwa 100 werkseitig vorgefertigten, mit elf Metern Länge gebäudehoch aufstellbaren Wandelementen. In der Breite wurden die Elemente an das Format der Siniatplatten von 2,50 Metern angepasst, wodurch diese das Achsmaß des gesamten Gebäudes, die Abstände der freiliegenden Dachbinder und damit den räumlichen Rhythmus des Innenraums bestimmen. Die Wandelemente bestehen im Kern aus einem 240 Millimeter starken Holzriegelwerk, das die Zimmerei aus Brandschutzgründen mit einer Dämmung aus Mineralwolle ausfachte. Innenseitig erfolgte nach dem Aufbringen einer Dampfbremse die Beplankung mit Hydropanel-Trockenbauplatten, außen wurde auf eine Winddichtbahn die 10 Millimeter dicke Fassadenplatte Bluclad aufgeklammert. Hier zeigt sich die Stärke der dampfgehärteten Faserzementplatten: Dank ihrer tragenden und aussteifenden Wirkung verleihen sie der Konstruktion besondere Stabilität.
Cube Kunsthalle Berlin
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Von der Werkstatt der Zimmerei brachte ein LKW die Elemente zur Baustelle nach Berlin. Dort konnten sie in kürzester Zeit mit einem Mobilkran auf eine stabile Basis aus umlaufenden Streifenfundamenten aufgesetzt werden. Nach nur fünf Wochen waren alle Wände aufgebaut. Jedem fertig aufgestellten Wandabschnitt folgte die stabilisierende Montage des Dachs, einer Fachwerkkonstruktion in Greimbauweise. Dabei werden die stumpf aneinanderstoßenden Holzbalken an ihren Verbindungsstellen zu Lamellen geschlitzt, zwischen denen Nagelbleche eingeschoben werden. Von außen durch die kompletten Holz-Blech-Lagen getriebene Nägel schaffen steife und tragfähige Verbindungen. Die Greimbauweise erlaubt beliebige Binderformen und -abstände und ist ohne Spannweitenbegrenzung zugelassen, was bei der Temporären Kunsthalle einen 20 x 30 Meter großen, stützenfreien Ausstellungsraum bei geringem Materialeinsatz ermöglichte. Erst nach Abschluss der Wand- und Dacharbeiten gossen die Rohbauer die Bodenplatte aus Ortbeton.
Cube Kunsthalle Berlin
Cube Kunsthalle Berlin
Konzeptionell und konstruktiv ist die Temporäre Kunsthalle ein optimal aufeinander abgestimmter Systembaukasten in Holzrahmenbauweise mit Siniat Produkten, die den hohen Anforderungen aus dem Brand- und Schallschutzgutachten des renommierten Ingenieurbüros Müller BBM entsprechen. Trotz des geringen Kostenrahmens ist es gelungen, einen konstruktiv und gestalterisch qualitätsvollen Bau zu errichten. Seine klare, einfache Architektursprache und rohe Materialität der Fassade verleihen ihm den Charakter eines wandelbaren und sich prozesshaft entwickelnden, lebendigen Ortes für die Kunst. Ist das Gebäude auch als Provisorium konzipiert – es wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen und nachhaltiger Impuls für das kulturelle Leben Berlins sein.

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Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

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